Freitag 14. August 2009 von Boris Janek
Die Volksbank Bühl eG ist die erste deutsche Volksbank, die sich intensiv mit Social Media beschäftigt. Neben einem twitter Account hat man inzwischen auch einen eigenen youtube Kanal und eine interne Xing Gruppe eingerichtet. Dabei dient die Xing Gruppe vor allem auch dem Zweck, zusammen mit den Mitarbeitern, die Social Media Kultur einzuüben. Wenn man so will also ein erster Schritt in Richtung Enterprise 2.0.
Social Media ist prinzipiell ein Terrain, dem man sich behutsam nähern sollte. Bevor man aktiv wird, sollte man zunächst einmal zuhören, lernen und verstehen. Erst dann kann man sich Gedanken darüber machen, ob und wie man selber aktiv werden kann. Allerdings bietet Social Media für Volksbanken Raiffeisenbanken eine große Chance. Denn das soziale Internet ist die ideale Plattform um die genossenschaftlichen Werte und Ziele zu Leben. Neue Chancen, die es intelligent zu nutzen gilt. Mit dem richtigen Social Media Ansatz kann man insbesondere im Wettbewerb mit Direkt- und Privatbanken verlorenen Boden gut machen.
Lesen Sie nun das Interview mit Sebastian Welter, Teamleiter E- Business der Volksbank Bühl.
Warum haben Sie sich für die Twitter Nutzung entschieden?
Twitter ist für uns die perfekte Plattform, um mit Kunden zu kommunizieren, und um zu beobachten was Kunden über uns – oder unsere Konkurrenz – sagen und um Informationen zu veröffentlichen. Twitter hat sich in den letzten Monaten zu einem der beliebtesten Dienste im Internet entwickelt. Als modernes und innovatives Finanzdienstleistungsunternehmen will die Volksbank Bühl bei diesem Trend frühzeitig dabei sein und erste Erfahrungen sammeln.
Was waren bzw. sind ihre Erwartungen?
Vor dem Start hatten wir keine konkrete Ziele oder Erwartungen. Unsere Hoffnung war, dass wir mit möglichst vielen Usern aus der Region vernetzt sind und wir auf diese Art und Weise zeitnah erfahren, was unsere Kunden interessiert und was über die Volksbank Bühl oder Wettbewerber kommuniziert wird.
Welches Zwischenfazit ziehen Sie?
Nach 3 Monaten Nutzung ziehen wir ein positives Zwischenfazit. Zwar zeigt sich, dass vor allem im ländlichen Gebieten erst wenige Menschen twittern, dennoch folgen wir bereits ca. 100 Twitter-Usern, die zum Großteil aus unserem Geschäftsgebiet oder aus der Region kommen. Unser eigener Twitter-account wird bereits von über 120 Personen „verfolgt“. Wir nutzen Twitter hauptsächlich um auch im Internet nah bei den Menschen aus unserer Region zu sein. Mit einigen Tools wie Tweetdeck, Tweetie oder der XING Applikation Twitter Buzz ist es spielend einfach, auf dem Laufenden zu bleiben.
Was ist Ihrer Meinung nach für Banken wichtig? Welche Fehler sollte man vermeiden?
Aus unserer Sicht sollten Banken Twitter nicht als „Newsletter 2.0“ betrachten. Wer nur Produkt-Werbung veröffentlicht, wird keinen nachhaltigen Erfolg haben. Vielmehr sollten Banken über Twitter den Kontakt zu Kunden suchen. In diesem Zusammenhang halten wir es insbesondere für Regionalbanken für sehr wichtig, Nutzern aus der Region zu folgen.
Dabei spielen Antwortzeiten eine große Rolle. Twitter ist ein Tool des „Echzeitwebs“. Dementsprechend ist es wichtig, dass man auf Fragen oder Kommentare zeitnah antwortet und aktuelle Informationen einstellt.
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